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Montag, 30. März 2026

Ein Wal strandet in der Wismarbucht und die Welt hält den Atem an



Seebrücke Wendorf: Menschen drängen sich an der Reling, Blick auf die Bucht

Am Montag zur Mittagszeit stand ich auf der Seebrücke in Wendorf. Das Wasser war weit zurückgegangen, die Sandbank in der Wismarbucht lag fast frei und mittendrin ein Wal. Reglos, der Rücken kaum über der Wasseroberfläche. Nur das Schnaufen zeigte, dass er lebte.

Neben mir standen Dutzende Menschen. Ferngläser, Handys, gedämpfte Stimmen. Niemand ging.



Walrücken knapp über der Wasseroberfläche, Wismarbucht

Die Nachricht hatte sich schnell verbreitet. Medien aus ganz Europa berichteten, selbst die New York Times griff die Geschichte auf. Ein einzelner Buckelwal auf einer deutschen Ostseesandbank und die halbe Welt schaut hin.

Das ist bemerkenswert. Und es wirft eine Frage auf, die unbequemer ist als der Anblick selbst: Warum bewegt uns dieses eine Tier so sehr?

Wale haben etwas, das uns in den Bann zieht. Sie sind groß, sie sind still, sie wirken wie Zeugen einer Welt, die uns vorausgeht. Wenn so ein Tier strandet, wird Verletzlichkeit sichtbar, wo wir nur Stärke kannten. Das trifft uns.

Aber dieselbe Ostsee, in der dieser Wal heute liegt, leidet still: 

Überdüngung, Überfischung, Unterwasserlärm, Plastikverschmutzung. Und seit einigen Jahren kaum noch Dorsche. Das unsichtbare Sterben eines ganzen Ökosystems erzeugt keine Menschentrauben auf Seebrücken, keine internationalen Schlagzeilen. Vielleicht ist das der eigentliche Kern dieser Geschichte: Ein greifbares, atmendes Wesen gibt dem Abstrakten ein Gesicht. Und das brauchen wir offensichtlich.



Strand bei Wendorf: nasse Sandflächen, zurückgehendes Wasser, weite Stille

Ob der Wal überleben wird, weiß am heutigen Nachmittag noch niemand. Das Gewicht des eigenen Körpers außerhalb des Wassers, die Erschöpfung, die Desorientierung: die Chancen sind nicht gut. Und doch, was bleibt, wenn die Kameras weg sind und die Flut zurückkommt, ist die Hoffnung, dass er sich erinnert, wohin er gehört.

Und vielleicht erinnern wir uns dann auch an etwas.​​​​​​​​​​​​​​​​

Donnerstag, 18. August 2022

Was hat zum katastrophalen Fischsterben in der Oder geführt?

In diesem Artikel möchte ich der Frage nachgehen, was zum massiven Fischsterben in der Oder geführt haben könnte. Dabei werde ich die neuesten Erkenntnisse zu einem Gesamtbild zusammenfügen, das mir aus wissenschaftlicher Sicht derzeit am plausibelsten erscheint.

 




Messwerte aus Frankfurt an der Oder

Betrachtet man die Messwerte der letzten Tage aus Frankfurt/Oder im Detail, fällt auf, dass es ab dem 07.08.2022 zu einer gravierenden Änderung verschiedener Parameter gekommen ist. Der pH-Wert ist sprungartig in den basischen Bereich geschossen. Zeitgleich nahm auch die elektrische Leitfähigkeit des Wassers zu, was auf einen erhöhten Salzgehalt schließen lässt. Die Trübung nahm ebenfalls zu, was auf vermehrte Schwebstoffe im Wasser zurückzuführen sein dürfte. Ein weiterer Anstieg war bei der UV-Absorption bei 254 nm zu beobachten. Hier könnten organische Substanzen in Betracht gezogen werden. Irritierend erscheint zunächst, dass gleichzeitig auch der Sauerstoffgehalt dramatisch zunahm, dieser korrelierte mit einer Zunahme des Gesamtchlorophylls im Wasser. Eine Abnahme war hingegen bei dem Nitrat-Stickstoff zu beobachten.

 

Was haben diese Messwerte mit Mikroalgen zu tun?

Die neueste Meldung kam vom Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Offenbar wurde eine massive Algenblüte mit 200 Mikrogramm pro Liter und mehr als 100.000 Zellen pro Milliliter Wasser in der Oder festgestellt. Dabei handelt es sich um die Mikroalge namens Prymnesium parvum. Diese spezielle Art hat einen interessanten Lebenszyklus. Sie verfügt über Chloroplasten und kann Sauerstoff mittels Photosynthese produzieren. Zudem ernährt sie sich auch heterotroph, sie kann unter bestimmten Bedingungen also andere Organismen über Phagozytose fressen. Normalerweise kommt diese Mikroalgen-Art im Brackwasser vor, das einen höheren Salzgehalt aufweist. Weiterhin benötigt P. parvum einen basischen pH-Wert. Treffen beide Parameter aufeinander und ist zusätzlich die Wassertemperatur erhöht, so wie es in der Oder bei Frankfurt/Oder ab dem 07.08.2022 zu beobachten war, kann es zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Mikroalge kommen. Ein exponentieller Anstieg der Zelldichte hängt somit direkt und bis zu einer gewissen Grenze vom ansteigenden Salzgehalt und von einem basischen pH-Wert ab. Weiterhin würden die Stickstoff-Nitrat-Werte bei einer exponentiellen Algenvermehrung schlagartig abnehmen und das Gesamtchlorophyll würde stark zunehmen. Das lässt sich einfach erklären, weil Nitrat von den Algen verbraucht wird und Chlorophyll bei Photosynthese-aktiven Organismen vorkommt. Hierdurch lässt sich auch der erhöhte Sauerstoffgehalt im Wasser erklären, der im heißen Sommer theoretisch geringer ausfallen sollte, da warmes Wasser weniger Sauerstoff lösen kann.

 

Warum sterben ausgerechnet jetzt die Fische?

Eine weitere Besonderheit dieser Algenart ist ihre Eigenschaft, bestimmte Toxine bilden zu können, die unter Prymnesine zusammengefasst werden. Diese Toxine werden unter Umweltstress gebildet. Der eigentliche Zweck dieser Toxine besteht vermutlich darin, andere Konkurrenten in ihrem Wachstum zu hemmen oder Beutetiere für die Phagozytose zu lähmen, um sie anschließend fressen zu können. In einem Ökosystem konkurrieren verschiedene Organismen stets um ähnliche Ressourcen, mittels Toxin-Bildung kann sich die Mikroalge P. parvum somit ein Vorteil gegenüber ihren Nahrungskonkurrenten verschaffen. Interessant ist auch, dass diese Prymnesine erst in Kombination mit den im Wasser befindlichen Kationen wie Magnesium-Ionen oder Calcium-Ionen ein effektiv wirksames Toxin bilden können. So hängt die Effektivität des Toxins auch von der Zusammensetzung des Wassers und dem jeweiligen Mikroalgen-Stamm ab. Fakt ist jedoch, dass dieses Toxin für Fische besonders tödlich ist.

 

Was hat das Algenwachstum mit der Zementindustrie zu tun?

Der niedrige Wasserstand der Oder, hervorgerufen durch die außergewöhnliche Dürre in ganz Europa, hat zu dieser Tragödie maßgeblich beigetragen. Wenn die Durchflussmenge im Fluss reduziert ist, können bereits stattfindende Einleitungen von Abwässern zu sehr viel höheren Konzentrationen von schädlichen Substanzen führen. Weiterhin wird der Fluss träge, er staut sich unterhalb der Schadstoffeinleitungen und in diesen Staubereichen mit geringem Durchfluss kann dann unter hoher Sonneneinstrahlung eine exponentielle Vermehrung von Toxin-bildenden Mikroalgen  wie P. parvum stattfinden. Kommt es in diesen Staubereichen dann zu einem basischen pH-Wert und einem hohen Salzeintrag durch Abwässer aus der polnischen Bergbau- und Zementindustrie, wo ich als potentielle Quellen die Firmen Cementownia Odra SA in Opole oder KGHM in Glogau im Verdacht habe, setzen die oben beschriebenen exponentiellen Wachstumsvorgänge ein. So ist beispielsweise Calciumhydroxid ein basisches Salz, das im Wasser gebildet wird und den pH-Wert erhöht, sobald noch nicht gelöschter Branntkalk (Calciumoxid) durch das Einleiten von Abwässern aus der Zementindustrie stattfindet. Was unter normalen Pegelständen jahrelang vielleicht nicht aufgefallen wäre, verschärft sich jetzt durch den Klimawandel und die extrem niedrigen Wasserstände zusätzlich. Die Calcium-Ionen tragen dann wiederum zu einer erhöhten Leitfähigkeit des Wassers bei und sie erhöhen die schädliche Wirkung des Prymnesin-Toxins. Leider ist dieses Toxin für Fische stark toxisch, für den Menschen und andere Säugetiere aber zum Glück nicht weiter gefährlich, da die Magensäure das Toxin weitestgehend zerstört. Fische hingegen leiden unter einer fehlerhaften Osmoregulation, wenn das Toxin im basischen Milieu über die Kiemen in ihren Blutkreislauf gelangt. Folglich werden die Organe geschädigt und der Fisch stirbt unter qualvollen Symptomen, die einem Sauerstoffmangel gleichkommen. 


Was bedeutet das für die Zukunft der Oder?

Meine Vermutung ist, dass es auch zukünftig wieder zu ähnlichen Umweltkatastrophen in den Gewässern der Oder kommen wird. Insbesondere in den Sommermonaten werden sich die Mikroalgen bei ansteigendem pH-Wert und Salzgehalt erneut explosionsartig vermehren, im schlimmsten Fall sogar in den Einzugsgewässern und Mündungsbereichen der Oder. P. parvum kann auch sogenannte Zysten bilden, bei denen der Stoffwechsel eingeschränkt bleibt. Diese Dauerformen vermehren sich immer nur dann erneut, wenn sich die Wasserqualität entsprechend zu ihren Gunsten verschiebt. Vermutlich kam diese Mikroalgen-Art durch das Frachtwasser von Containerschiffen in die Oder, das beim Be- und Entladen der Fracht ausgetauscht wird und bei unsachgemäßer Aufbereitung zu einer Kontamination der Umwelt führen kann. Hervorzuheben ist hier auch der weltweite Kohlehandel, der natürlich auch in Polen eine große Rolle spielt und insbesondere im Bereich um Opole für eine Verschleppung der invasiven Mikroalgen-Art gespielt haben könnte. Für die angrenzenden Fischer, den Tourismus und für uns Angler sind das keine guten Aussichten. Ich kann mich noch gut an die Zeit als Kind erinnern, als ich mit meinem Vater regelmäßig zur Oder gefahren bin. Beim Nachtangeln konnten wir viele verschiedene Fischarten fangen. Ich befürchte, dass diese Artenvielfalt in Zukunft gestört bleiben wird. Dennoch wird der Fluss irgendwann zu seinem natürlichen Gleichgewicht zurückfinden, ob nun mit oder ohne uns Menschen. Denn letztendlich sind wir es mit unserem Lebensstil, die eine Mitverantwortung für solche Katastrophen tragen. Wir fördern indirekt die umweltschädlichen Industrien durch unseren Konsum und pumpen Unmengen an Treibhausgase in die Atmosphäre. Dadurch verschärfen sich die Auswirkungen der Klimakrise in Form von Dürren und niedrigen Pegelständen.



Sonntag, 5. Juni 2022

Maifliegenzeit am Wiesenbach

Auf meinem YouTube-Kanal "FliegenfischenTV" gibt es ein neues Video über das Fliegenfischen mit der Trockenfliege auf steigende Bachforellen. Schaut gerne mal rein :)


Anfang Juni hatte ich es endlich mal wieder mit der Fliegenrute ans Wasser geschafft. Die Maifliegen schlüpften und die Forellen waren am Steigen. Ich konnte den Tag mit meinem iPhone 13 mini filmen. Auf eine Action Cam habe ich verzichtet, das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen. 

Anbei noch ein paar Impressionen vom Tag als kleine Fotoserie:








Sonntag, 25. Oktober 2020

Fliegenfischen mit Trockenfliege auf Äschen im Herbst



Ich verwende eine 270 cm lange Fliegenrute der Marke Hardy Zenith in der Aftma-Klasse #5 zum Fliegenfischen auf Äsche. An das sich verjüngende Vorfach mit dünner 0,14er Spitze aus Fluorcarbon kommt eine Caddis-Trockenfliege aus Rehhaar.



Das Vorfach sollte etwas über 350 cm lang sein und sich beim Präsentieren der Fliege möglichst gut abrollen lassen. Äschen tendieren dazu, die Fliege zu verschmähen, wenn sie unnatürlich schnell oder langsam abdriftet. Dieses sogenannte "Furchen" könnt ihr verhindern, indem ihr die Fliegenschnur entsprechend umlegt und den Strömungsdruck aus der Schnur nehmt.



Äschen stehen gerne inmitten der Strömung und nicht wie Forellen hinter Steinen. Deshalb sind sie leichte Beute für Kormorane. Aufgrund der stark dezimierten Bestände solltet ihr Äschen niemals mit trockenen Händen berühren und stets widerhakenlos fischen, sodass die Fische keine Verletzungen davontragen. Insbesondere in krautigen Flussabschnitten sind Äschen mitunter schwer zu fangen.



Ein neues Video zu diesem Thema ist jetzt auf "FliegenfischenTV" online. In dem Kurzfilm zeige ich euch einen kleinen Zusammenschnitt von meinem letzten Ausflug am Tieflandbach im Herbst. Ich war mit der Trockenfliege (Caddis) unterwegs, um Äschen zu fangen. Doch seht selbst, ob es geklappt hat :) 



Samstag, 20. Juni 2020

Angeln in Mallorca auf Meeräschen und am Gorg Blau Stausee

Gorg Blau Stausee in Mallorca

In Zeiten einer weltweiten Pandemie träumt man sich gerne an bessere Orte zurück. Im April 2019 fasste ich nach Beendigung meines Studiums den Entschluss, eine Pauschalreise nach Mallorca zu buchen. Ich wollte auch neue Angelplätze auf den Balearen erkunden und diesen Blog dazu nutzen, euch von meinen gesammelten Eindrücken zu berichten.

Kleines Rinnsal führt zum Gorg Blau Stausee
Ein besonderer Ort auf dieser Insel war ein Bergsee namens "Gorg Blau" inmitten der Serra de Tramuntana. Ich selbst kam leider nicht in den Genuss, dort angeln zu dürfen. Nach eingehender Recherche erfuhr ich jedoch, dass man als Gast eine Sondergenehmigung in Palma erwerben kann. Vorkommen sollen im Stausee Gorg Blau und dem Nachbargewässer Cúber wohl Forellen, Barsche, Hechte und Karpfen.

Ausblick von einem Berggipfel in der Serra de Tramuntana
Man erreicht den Gorg Blau jedoch nur, wenn man das Gebirge mit einem Mietwagen durchquert. Einige der Straßen sind sehr schmal und so kommt es schnell mal vor, dass man sich den ein oder anderen Kratzer einfängt. Dafür wird man am Ende der Reise mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt.

Serpentinen im Nationalpark Parc Natural de la Península De Llevant
Etwas beunruhigend auf Mallorca sind jedoch nicht nur die sehr engen Serpentinen. Leider herrscht in vielen Regionen der Insel ein massiver Wassermangel. So war nicht nur der Zufluss zum Gorg Blau ein schmales Rinnsal, auch ein anderer Fluss bzw. dessen Bachbett in der Nähe eines Nationalparks nördlich von Artà lag praktisch trocken.

Trockenes Bachbett aufgrund von akutem Wassermangel
Deshalb scheint das Süßwasserangeln auf den Balearen kein besonders nachhaltiges Unterfangen zu sein und man ist  dazu gezwungen, auf die Küstenfischerei auszuweichen. Der hohe Wasserverbrauch der Hotelanlagen mit den vielen eingebauten Badewannen führt leider ebenfalls zu einer Verschlechterung der Wasserproblematik. Auch der Klimawandel trägt wohl sein Übriges dazu bei. Insofern bleibt das gezielte Angeln auf Meeräschen in den küstennahen Mündungsbereichen und Kanälen eine willkommene Alternative.

Meeräschen in einem hafenähnlichen Mündungsbereich unweit der "Rocks" bei Sa Coma

Einheimische angeln auf Meeräschen mit Schwimmbrot.
Die Meeräschen dienen dann wiederum als Köderfische für die schroffe Angelei von den "Rocks" (also den Felsen aus) auf kapitale Meeresräuber, wie mir Einheimische berichteten. Als Montagen kommen dabei wohl übliche Brandungsruten mit schwerem Geschirr zum Einsatz.

Meeräschen dienen als Köderfische für große Meeresräuber.
Mit leichten Ruten und Schwimmbrot als Köder werden die Meeräschen in den Kanälen und Hafenanlagen der Küstenregionen gefangen. In Tüten abtransportiert geht es dann zum Brandungsangeln auf richtig große Wolfsbarsche, Goldmakrelen und insbesondere nachts auf gierige Barrakudas.

Von den Felsen aus lassen sich die großen Meeresräuber gut beim Brandungsangeln fangen.
Ich kann nur abschließend dazu aufrufen, beim kommenden Mallorca Urlaub auch an das richtige Angelgeschirr zu denken. Es gibt hier nicht nur atemberaubende Gebirgslandschaften zu erkunden, sondern auch eine spannende Fischerei im Mittelmeer. Ihr könnt Meeräschen mit Schwimmbrot überlisten oder gleich zum Spinnfischen auf die Felsen ausweichen. Obwohl Naturköder in den späten Abendstunden vermutlich mehr Erfolg bringen, verirrt sich mitunter auch immer mal wieder ein gieriger Wolfsbarsch in der Nähe eures Köders. Also denkt beim kommenden Mallorca-Urlaub auch ruhig mal an euer liebsten Hobby!

Falls noch Fragen offen sind, kann ich euch mein neuestes E-Book "Angeln in Mallorca" ans Herz legen. In dieser kompakten Kurzanleitung findet ihr alles, was ihr zum Angeln auf Mallorca wissen müsst :)




Ab sofort überall als E-Book erhältlich!

Angeln in Mallorca: Kurzanleitung für Urlauber und Pauschalreisende

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Sonntag, 10. Mai 2020

Neues Format auf FliegenfischenTV: "Relaxation by the river with the sounds of nature - Entspannung am Bach mit Naturgeräuschen"


Schaut euch mein neuestes Format an! 

Entspannung am Bach mit Naturgeräuschen für das heimische Wohnzimmer :)

Es werden noch weitere solcher Videos in unterschiedlicher Länge folgen.

Gefilmt wird dabei immer aus der Perspektive des Beobachters mit allen Hintergrundgeräuschen.

Erlebt die Natur hautnahe von der Couch aus, falls ihr mal wieder in der Großstadt festhängt und nicht ans Wasser kommt.

Genießt das Plätschern des Baches, schaut den Wasserläufern zu und lauscht aufmerksam dem Vogelgesang.

Ab jetzt regelmäßig auf YouTube werbefrei und kostenlos.




Dienstag, 29. Oktober 2019

Faszination Karpfenangeln - Warum diese Angelart so einzigartig ist!

Jeder, der schon einmal auf Karpfen geangelt hat und dabei auch erfolgreich war, weiß, warum das Karpfenangeln so besonders ist. Die unglaubliche Kraft, das Beißverhalten und die Nähe zur Natur sind nur einige wenige Punkte, die diese Angelart auszeichnen. 
Es gibt wohl kaum ein schöneres Geräusch als jenes eines Bissanzeigers, der nicht mehr aufhört zu kreischen, bis man den Anschlag gesetzt hat. Danach beginnt ein Kampf mit einem kraftvollen Geschöpf, welches unterhalb der Wasseroberfläche seine Bahnen zieht. Man konzentriert sich nur noch auf das Knarren der Rolle und die Biegung der Rute. Trotz aller Anstrengungen kommt es nicht selten vor, dass man diesen Kampf verliert und der Fisch entkommt. Wenn man diesen Kampf jedoch gewinnt und einen kapitalen Karpfen über den Kescherrand führen kann, macht sich ein unbeschreibliches Gefühl breit. 
Dieses unbeschreibliche Gefühl alles richtig gemacht zu haben, angefangen bei der Platz- und Köderwahl über den Drill bis hin zum Keschern, machen das Karpfenangeln so besonders. 
Das Karpfenangeln ist aber sicherlich kein Kinderspiel. Wer bei dieser Angelart erfolgreich sein möchte, muss einiges an Ausdauer und Geduld mitbringen, sofern nicht an einem überbesetzten Teich geangelt wird. Oftmals dauert es mehrere Tage bis man den ein oder anderen Fisch überlisten kann und oftmals geht man auch leer aus.

Was man beachten sollte, um erfolgreich zu sein 

Beim Karpfenangeln sollte man einiges beachten, wenn man den ein oder anderen Fisch überlisten möchte. Die folgenden Punkte sind meiner Meinung nach die wichtigsten, die man beachten sollte, wenn man erfolgreich sein möchte.  

Gewässer
Ein wichtiger Punkt, der zwischen Erfolg und Misserfolg entscheidet, ist die Wahl des Gewässers. Um ein geeignetes Gewässer zu finden, in welchem ein nennenswerter Bestand an Karpfen vorhanden ist, sollte man sich vorab im Internet informieren oder bekannte Gewässer an einem Wochenende abfahren und mit Anglern vor Ort sprechen.

Stellenwahl
Nachdem man ein Gewässer gefunden hat, sollte man mit der Stellenwahl beginnen. Jedes Gewässer bietet in der Regel einige interessante Stellen - auch Hotspots genannt -, an denen sich Karpfen gerne aufhalten und fressen. Hotspots sind unter anderem folgende Orte: Krautfelder, Schilfkanten, Wasserabläufe, Wasserzuläufe, Verengungen, die die Fische passieren müssen, Seerosenfelder, versunkene Bäume, Kanten, Plateaus etc. 


Anfüttern
Nachdem ein Gewässer und einige interessante Stellen gefunden wurden, geht es nun darum, die Chancen auf Erfolg durch gezieltes Anfüttern zu erhöhen. Welche Futtermenge und Futterdauer bei dem jeweiligen Gewässer am besten ist, kann man pauschal nicht sagen. Hier ist es sinnvoll mit Anglern vor Ort zu sprechen oder selbst zu testen. 

Auswerfen
Zu guter Letzt ist auch noch das Auswerfen der Rute enorm wichtig. Wenn man hier falsch vorgeht, kann es passieren, dass sich die Montage verknotet und so der Karpfen nicht mehr gehakt werden kann. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, mit sogenannten PVA-Sticks zu arbeiten. Diese werden über das Vorfach gezogen und sorgen dafür, dass sich beim Auswerfen nichts verheddert. Alternativ zum Auswerfen kann die Montage natürlich auch vom Boot aus abgelegt werden. Diese Methode bietet die ideale Voraussetzung um Verwicklungen vorzubeugen.

Info: PVA ist ein Material, welches sich innerhalb von wenigen Minuten auflöst, sobald es mit Wasser in Berührung kommt. 


Köder, Montage & Rig

Köder
Der wohl bekannteste Köder zum Karpfenangeln ist der sogenannte Boilie. Boilies sind nichts anderes als gekochte oder gedünstete und anschließend getrocknete Teigkugeln. Die Hauptzutaten sind in der Regel verschiedene Fischmehle und Ei. Bolies gibt es in nahezu allen Geschmacksvarianten. Welche Sorte wo funktioniert, gilt es herauszufinden. Neben Boilies eignen sich auch noch Mais und Tigernüsse ideal, um Karpfen zu überlisten. Letzteres bekommt man in jedem professionellen Angelfachgeschäft.

Montage / Rig
Die wohl bekannteste und beliebteste Montage ist die sogenannte Inline Blei Montage. Bei der Inline Blei Montage handelt es sich um eine Festbleimontage. Das heißt, wenn der Karpfen den Köder einsaugt und versucht wegzuschwimmen, wird er durch das feste Blei selbstständig gehakt. Der Aufbau dieser Montage ist eigentlich relativ simple. Im ersten Schritt wird auf die Hauptschnur ein spezielles Inline Blei gezogen. Im zweiten Schritt wird ein Wirbel oder Karabinerwirbel an die Hauptschnur geknotet, an welchem später das Rig angebracht wird. Zu guter Letzt wird nur noch das Blei über den Wirbel geschoben und die Montage ist fertig.

Als Rig eignet sich am besten ein sogenanntes No-Knot Rig. Dieses Rig wird, wie der Name schon vermuten lässt, ohne einen Knoten gebunden und gehört zu den effektivsten Rigs überhaupt. Zudem bildet es die Grundlage für sämtliche weitere Karpfenrigs. Wie dieses Rig und weitere interessante Rigs gebunden werden, findest du unter folgendem Link: https://www.angelfabrik.de/karpfenangeln/karpfen-rigs/   

Fazit
Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in die Welt des Karpfenangelns geben und würde mich freuen, wenn ich dich dazu überreden konnte, diese wundervolle Angelart einmal auszuprobieren. Weiters wünsche ich dir alles Gute weiterhin und ein dickes Petri Heil!



Der Gastbeitrag wurde verfasst von Mario Gutovnik. Er studiert Marketing & Electronic Business an der FH Oberösterreich, Campus Steyr. Neben dem Studium verbringt er sehr viel Zeit in der Natur, vor allem beim Angeln und Reisen. Gemeinsam mit seiner Partnerin betreibt er die Webseite https://www.angelfabrik.de/, bei der sich alles rund um das Thema Angeln dreht. 

Donnerstag, 25. April 2019

Brandungsangeln auf fette Küstendorsche in der Ostsee


Da Bilder die Stimmung oft besser einfangen, als Worte es jemals tun könnten, folgt nun ein kurzes Video zum Brandungsangeln an der Ostsee auf Dorsch.

Leider hatte es mit dem Fliegenfischen auf Meerforelle nicht sofort geklappt und so musste ich zur Brandungsrute greifen. Bei bestem Wetter konnte ich ein paar fette Küstendorsche mit Wattwürmern am Paternoster-System verhaften. Doch seht selbst!


Um die Atmosphäre noch besser einfangen zu können, folgen ein paar weitere Bilder vom Sonnenuntergang an der Ostseeküste und einer kleinen Rezeptempfehlung für frisches Dorsch-Filet

Hierzu einfach den Fisch filetieren, salzen, pfeffern, in Mehl wälzen und in Mazola-Keimöl anbraten. Anschließend mit Salat, frischem Dill, einer halben Zitrone und Schwarzbrot servieren. Und fertig ist das leckere Seefisch-Gericht :)




Donnerstag, 17. März 2016

Tierwelt am Wasser: Angler als Naturbeobachter und Umweltschützer


Kormorane im 'Ansitzbaum'

Oft wird über die Nebeneffekte unseres Hobbies berichtet. Eine Sendung, die am 03.03.2016 um 20:15 Uhr auf 3sat ausgestrahlt wird, titelt provokant: "Angeln verbieten?

Dabei hat unser Hobby weitaus mehr zu bieten, als den reinen Fischfang. Auch wenn jeder Angler gerne seinen Fisch fängt, antworten die meisten Petrijünger auf die Frage, was den eigentlichen Reiz des Angelsports ausmacht, mit der wiederkehrenden Aussage, die Natur genießen und an der frischen Luft sein zu wollen.

Deshalb habe ich für euch in meiner (virtuellen) Angelfotokiste gekramt. Die folgenden Vertreter der deutschen Fauna sind mir in den letzten Jahren vor die Kamera gekommen. Die Artenvielfalt, die teilweise inmitten von Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet oder dem Berliner Großraum vorkommt, überrascht mich jedes Mal erneut und entschädigt oft für den ein oder anderen Schneidertag.

So sind mir während meiner Angelausflüge solch kuriose Dinge passiert wie ein Rehbock, der morgens beim ersten Sonnenlicht im vollen Galopp an meinem Zelt vorbei spurtete. Oder einer Ratte, die es sich im Futtereimer gemütlich gemacht hatte.

Hält man die Augen und Ohren offen, begegnen einem immer wieder die verschiedensten Tierarten. Natürlich sind dies meist Wasservögel und Fischkonkurrenten wie Kormoran, Reiher oder Haubentaucher.

Brütender Haubentaucher im Gestrüpp
Gieriger Kormoran sucht Beute.
Fischreiher wartet an Bachmündung auf sein Frühstück.
Am Mittag nimmt der Reiher sein ausgiebiges Sonnenbad.
Wenn man Glück hat, kommt einem auch Mal einer der schillerndsten Vertreter der gefiederten Fischfresser vor die Kamera. Könnt ihr ihn finden?
Wer den Eisvogel findet, darf den Beitrag gerne kommentieren ;) 
Aber auch heimische Singvögel wie Blaumeise und Zaunkönig sind gerne in Wassernähe unterwegs.
Blaumeise in Nisthöhle
Kurz vor Abflug
Blaumeise am Aussichtspunkt
Jemand zu Hause?
Zaunkönig auf dem Containerrand
An meiner bevorzugten Angelstelle kann ich regelmäßig Wasserhühner beim Nestbau und der Aufzucht ihres Nachwuchses beobachten.

Wasserhuhn hält Nistmaterial im Schnabel.
Natürlich sind die bisher gezeigten Vertreter der heimischen Tierwelt relativ leicht zu entdecken. Schwieriger wird es bei den ganz kleinen Exemplaren.
Minifrosch in Fingernagelgröße ;D
Spinne auf Blatt
Der Biber ist mir leider noch nicht vor die Linse gekommen, obwohl die Spuren am Ufer bestätigen, dass er sich in der Nähe aufhält. Vielleicht klappt es ja in der kommenden Saison?
Kleinere Nager habe ich dann aber doch noch mit der Kamera abgelichtet. Hier kommt die Maus!
Maus auf Nahrungssuche
Nutria am Ufer
Nutria im Wasser
Nahaufnahme vom Nutria (Biberratte)

Solche Tierbeobachtungen und Naturerlebnisse sind mittlerweile ein fester Bestandteil meiner Angelausflüge. Und das nicht nur, weil sie eine willkommene Abwechslung sind. Sie helfen mir auch bei der Fischsuche, weil das Auftreten von Fischfressern zeigt, ob Futterfisch in der Nähe ist. Also immer Augen auf am Wasser! In diesem Sinne, Petri!

Die Redaktion bedankt sich bei Phil Schiedges für diese spannende Fotoserie. Wenn ihr zukünftig mehr Naturbeiträge lesen wollt, schreibt es in die Kommentare!

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