Mittwoch, 18. November 2015

Barschangeln im Dienste der Wissenschaft

"Ich bin Forschungsangler" - Erinnerungsstück an einen unvergesslichen Angeltag.

Am 16.10.2015 wurde ich vom IGB zum Forschungsangeln eingeladen. Die genaue Lage des Gewässers darf nicht veröffentlicht werden. Aus diesem Grund beschränke ich mich in diesem Bericht auf die Technik und Durchführung des Versuchs.

Die Witterungsbedingungen waren an diesem Tag schwierig. Es hat den Vormittag geschüttet wie aus Gießkannen. Erst gegen Mittag ließ der Starkregen nach. Dann zeigte sich der See von seiner spiegelglatten Seite. Was im Anschluss folgte, verschlug mir fast die Sprache. Doch seht selbst!

Morgens um 09:00 Uhr trafen wir uns mitten im Wald vor der abgesperrten Anlage. Neben mir wurden noch drei weitere Versuchsteilnehmer eingeladen, jeder hatte sein eigenes Spezialgebiet. Allround-Angler, Raubfisch-Experten und Meeres-Profis waren gleichermaßen vertreten. Während die nebelverhangenen Wolken über dem Erlenbruch schwebten und der Regen unaufhaltsam herabfiel, unterhielten wir uns in einer kleinen Fischerhütte über den Versuchsablauf. Jeder Teilnehmer bekam eine standardisierte Angelausrüstung mit drei unterschiedlichen Ködertypen. Pro Angler stand ein Boot mit Elektromotor zur Verfügung. Gewässerinformationen bekamen wir hingegen nicht! Weder Karten, noch Echolote oder sonstige Hilfsmittel. Einzig allein unsere Angler-Intuition sollte uns zum Fisch verhelfen.

Standardisierte Angelausrüstung mit drei verschiedenen Ködern, Fluorcarbon, Zange, Schere, Stoppuhr und Walkie Talkie.

Nachdem jeder Angler auf sein elektromotorisiertes Boot gestiegen war, ging es los. Im Vorfeld sollten wir unsere Erwartungen in einem Heft eintragen. Spätestens jetzt wurde mir bewusst, dass auch wir Angler wie Laborratten im Fokus der Forschung standen. Für meine 100%ige Zufriedenheit notierte ich 5 Barsche mit einer Gesamtlänge von 30 cm. Bei einer realistischen Einschätzung ging ich von 3 Barschen mit 25 cm Maximallänge aus. Mein Tagesziel stand also fest! 

Barschangeln im Dienste der Wissenschaft - "Das Angeltagebuch" enthielt auch Fragen zu unserer Persönlichkeit.

Einen Tag zuvor hatte ich mir im Angelladen extra einen wetterfesten Thermo-Anzug gekauft, der zwar etwas groß ausfiel, mir aber ein entspanntes Barschangeln ermöglichte. Mein Boot hatte die Nummer #2 und einen Campingstuhl als Markenzeichen. Dieser gemütliche Stuhl war auch der Grund für einen Methodenwechsel, nachdem ich die erste Stunde vergeblich alle Wasserschichten mit dem Spinner absuchte. Obwohl die Spinner von Mepps hervorragende Barschköder sind, wollte an diesem Vormittag einfach nichts beißen. Dann ging auch noch meine Rolle kaputt. Beim Einkurbeln blockierte das Kugellager und trieb mich bei strömenden Regen fast in den Wahnsinn. Für einen kurzen Augenblick fragte ich mich, warum ich nicht im Bett geblieben bin. Schließlich schwänzte ich die Uni für einen Angelausflug bei Dauerregen mit ungeahntem Ausgang. Meine Motivation war im Keller und ich versank im Campingstuhl.

Pachtgewässer des IGB nach dem Dauerregen. Schwer erkennbar ist die aus dem Wasser ragende Messstation.

Demotiviert und hundemüde entschied ich mich für einen Köderwechsel, den ich selbstverständlich in mein liebes "Angeltagebuch" eintrug, wie nahezu alles, was ich den Tag angeltechnisch so trieb. Spinner ab, Gummifisch ran, Köderwechsel mit Uhrzeit im Heft notiert. Wie ihr vielleicht wisst, fische ich ausschließlich mit Finesse Rigs, also überwiegend mit der Drop Shot Montage auf Barsch. Unsere eigenen Montagen und Köder durften wir leider nicht verwenden. Und so mussten wir den ganzen Tag über mit einer schwabbeligen Spinnrute aus der Ukraine fischen, auf die eine geflochtene 0,13er Schnur gespult war. Als Vorfach diente uns 0,32er Fluorcarbon mit vorgeschaltetem Wirbel.

Kaum Strukturen erkennbar - Die Suche nach Hot Spots gestaltete sich ohne Echolot etwas schwierig.

Der See hatte kaum Struktur, jedenfalls auf den ersten Blick. Überall waren Detektoren verankert, die wir nicht anfahren durften. Den gesamten Vormittag verbrachte ich lethargisch umhertreibend in einer Bucht, die ich mir zuvor ausgeguckt hatte. Meine Demotivation verhalf mir um 11:35 Uhr sogar zum ersten Fisch. Ich konnte kaum einkurbeln, weshalb ich den Köder nur vertikal über den Gewässergrund treiben ließ. Beim ersten Biss dachte ich an einen Hänger. Umso schöner war das Gefühl, als sich plötzlich ein 33er Barsch an die Oberfläche pumpen ließ. Das war nicht nur der erste Fisch des Tages, sondern auch ein Schlüsselerlebnis für alle weiteren Entscheidungen, die ich im Anschluss treffen sollte. Da mein Walkie Talkie ebenfalls defekt war, musste ich zurück zur Forschungsstation fahren, um den Fisch messen zu lassen. Normalerweise sollten die Wissenschaftler zu uns kommen. Ich nutzte die Gelegenheit, um die Standard-Ausrüstung umzutauschen. Jetzt hatte ich eine funktionierende Rolle, ein neues Walkie Talkie und einen Plan. Man sagt immer, dass jener Angler Recht hat, der Fische fängt. Und wenn ein Angler erst die richtige Technik für sich herausgefunden hat, geht es Schlag auf Schlag weiter. Nun war auch meine Motivation wieder zurück!

Eine Stunde später rappelte es erneut in meiner Schwabbelrute. Ich hatte kaum etwas an meiner Technik verändert. Intuitiv hatte ich vertikal die gesamte Bucht nach Vertiefungen, Erhebungen und Kanten abgesucht. Der Elektromotor war dazu ideal. Ein 38er Barsch ließ sich kurz darauf mit dem Kescher landen. Mit einer Boje markierte ich den genauen Fangplatz. Nun wusste ich, dass mehr drin war. Nur wenige Minuten nach der Vermessung und dem Auslesen des Chips angelte ich weiter, bis es wieder einen kräftigen Ruck gab. Kurz vor der Mittagspause attackierte ein kapitaler Fisch meinen Köder auf dem Grund des Forschungssees. Spannend an diesem Gewässer war auch die Ungewissheit, um welche Spezies es sich als nächstes handeln würde. Seit Anfang der 90er Jahre befand sich das Gewässer in den Händen des Leibnitz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Manche Angler vermuteten gar mutierte Riesenbarsche in diesem geheimnisvollen Freiland-Labor. Leider stieg der kapitale Brocken nach wenigen Flossenschlägen wieder aus, was mich nicht daran hinderte, den Köder erneut zum Gewässergrund trudeln zu lassen. 

Mir blieben noch wenige Minuten bis zur Mittagspause, dann attackierte der Flossenträger erneut meinen Köder. Nun hatte ich die 40er-Marke endgültig geknackt. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als sich ein 42er Barsch an die Wasseroberfläche pumpen ließ. Nach der Messung (Gewicht, Länge und Chip) wurde noch ein kurzes Erinnerungsfoto geschossen. Dann verschwand der Bursche wieder unbeschadet im See.

42er Barsch kurz vor der Mittagspause - mein Tagesziel hatte ich damit weit übertroffen!

Nun war ich zufrieden! Ich hatte meinen PB an einem Vormittag geknackt. Nach dem Essen wurden wir einzeln interviewt. Spannende Fragen, die natürlich auch die Persönlichkeit der Angler erfassen sollten. Bei dem Fang- und Wiederfangexperiment ging es also nicht nur um das Verhalten der Barsche, sondern auch um das Verhalten ihrer Fänger. Unsere Boote waren alle mit GPS-Sendern ausgestattet, wodurch sich unsere Fahrruten punktgenau am Bildschirm nachverfolgen ließen. In Korrelation mit den GPS-Daten der Fangplätze und den markierten Barschen ist diese Studie einzigartig. Zum ersten Mal wurde dieser See für externe Angler freigegeben. Vorherige Experimente wurden meist mit anderen Methoden durchgeführt. Somit war es auch für uns Angler ein unvergessliches Erlebnis. 

Normalerweise würde man als Studienteilnehmer eine Aufwandsentschädigung erwarten. Hier war es jedoch so, dass jeder Angler freiwillig an diesem einzigartigen Forschungssee fischen wollte. Leider wurde unsere Gruppe zu einem Zeitpunkt eingeladen, der vier Wochen hinter den ersten Angelversuchen lag. Insgesamt nahmen wohl um die hundert Probanden am Experiment teil. Es bleibt abzuwarten, welche spannenden Ergebnisse und Schlussfolgerungen sich daraus ergeben werden.

Doch nun zurück zum Angeltag. Nach der Mittagspause war das Forschungsangeln noch lange nicht vorbei. Die anderen Angler befanden sich bereits auf dem Wasser. In der Pause tauschten wir uns über Methoden und Techniken aus. Für mich ging es im Viertelstundentakt weiter. Auf einen 35er folgte ein 32er Barsch. Beide Fische holte ich vertikal mit Gummi aus ihrem Versteck. Und dann war es endlich soweit. Zufrieden versank ich im Campingstuhl, die Wasseroberfläche war spiegelglatt, in der linken Hand hielt ich ein Stück Mandelgebäck. Genügsam und faul bewegte ich den Gummiköder am Bleikopf (Riptor von Profi Blinker) in Millimeterarbeit über den Gewässergrund, sodass ich noch genügend Kontakt zur Schnur hatte. Plötzlich bemerkte ich einen harten Widerstand. Die ukrainische Schwabbelspitze krümmte sich in Richtung Wasseroberfläche. Das Mandelgebäck fiel zu Boden. Ein kurzer Anhieb verankerte den Haken sicher im Maul. Der Drill dauerte einige Minuten und ich vermutete einen kapitalen Barsch am anderen Ende der Leitung. Für einen Hecht waren die Fluchten nicht geradlinig genug. Als sich das Seemonster an der Wasseroberfläche zeigte, stockte mir der Atem. Der Kopf war mit Pickeln übersät. Die Flanke war dunkel und so gewaltig, dass ich schlucken musste. Ein klodeckelartiger Brassen mit hohem Rücken und Laichausschlag kam diesem Großbarsch näher, als seine tatsächlichen Verwandten. Wieder hatte ich meinen PB geknackt und einen Fisch gefangen, von dem ich jahrelang in unseren überfischten Gewässern rund um Berlin geträumt hatte. Das Maßband zeigte knapp 45 Zentimeter und die Waage blieb bei ca. 1,36 kg stehen.

45er Prachtbursche kurz nach der Mittagspause auf Gummi - PB innerhalb weniger Stunden 2x geknackt :)

Eigentlich hatte ich schon nach dem 42er Barsch zufrieden mit dem Forschungsangeln abgeschlossen. Der 45er war hingegen das i-Tüpfelchen eines perfekten Angeltages. Doch selbst das war noch nicht alles. Langsam fingen auch die anderen Angler ihre Fische und das Walkie Talkie meldete sich im Minutentakt. Die Wissenschaftler kamen gar nicht mehr damit hinterher, die vielen Barschfänge zu registrieren. 

Plötzlich sah ich Kleinfischschwärme aus dem Wasser spritzen, ein sicheres Zeichen für jagende Raubfische. Nun widmete ich mich der gegenüberliegenden Seite des Sees mit meiner neuen vertikalen Passivmethode, die seit jenem Tag fest in mein Repertoire als Raubfischangler gehört. Fast schon gähnend landete ich kurz darauf einen 51er und einen 57er Hecht. Neben all diesen schönen Barschen konnte ich nur müde über die kleinen Hechte lächeln. Für mich stand der Barsch schon immer auf Platz #1 meiner persönlichen Fisch-Hit-Liste! 




Oben links: 45er Barsch; oben rechts: 51er Hecht; unten: 57er Hecht.

Langsam wurde es dunkel und ich angelte nicht mehr so konzentriert wie am Anfang des Tages. Letztendlich konnte ich noch einen 25er und einen 27er Barsch als Abschluss ins Boot holen. Fische, die erst noch markiert werden mussten und zur normalen Fanggröße unserer überfischten Hauptstadtgewässer gehören. Als es kurz vor 19:00 Uhr komplett finster war, ging es zurück zur Forschungsstation. Wir bekamen ein Erinnerungsstück in Tassenform überreicht und füllten noch weitere Fragebögen aus.

Fangprotokoll des gesamten Angeltages - nach der Mittagspause ging es Schlag auf Schlag!

Dort erfuhr ich auch, dass ich den bisherigen Seerekord mit meinem Barsch aufgestellt hatte, was mich umso mehr freute. Doch auch ohne Rekordfisch wäre dieser Angeltag ein unvergessliches Erlebnis gewesen, wofür ich mich bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken möchte.

Bis zum 16.10.2015 hielt dieser Fisch wohl den Seerekord - hier sieht man einen der Wissenschaftler beim Vermessen. 

Die Ergebnisse dieser Studie werde ich zu gegebener Zeit und nach Rücksprache mit den Verantwortlichen auf meinem Blog verlinken!







Montag, 9. November 2015

Spartan-Fishing liegt voll im Trend!

Garret von Spartan-Fishing mit einem Barsch.

"Keep it simple und sei ein Spartaner!"

Hallo Angelfreunde,

mein Name ist Garret von Spartan-Fishing.com, der Blog, auf dem ihr regelmäßig Berichte und Tricks vom Wasser findet, die sich komplett dem spartanischen Spinfischen verschrieben haben.

Doch was hat es genau auf sich mit dieser Philosophie und wie ist sie entstanden? 

"Keep ist Simple" - wenig ist oft mehr - das Geheimnis von Garret´s Philosophie.

Besonders als angehender Angler wird man zu Beginn mit zahlreichen Informationen, Methoden und Strategien konfrontiert, die natürlich den maximalen Fangerfolg versprechen. 

Jedoch kommen genau diese Strategien selten alleine und oftmals wird man regelmäßig mit neuen Ködern, Systemen und Equipment bombardiert.

Doch erinnern wir uns an unsere wahren Sternstunden am Wasser zurück ... 

Haben wir in diesen Momenten wirklich alle 10 Sekunden den Köder gewechselt, eine neue Strategie getestet oder sogar eine neue Rute montiert? 

Ich denke für die meisten von euch ist genau das Gegenteil der Fall, denn sobald wir gewisse grundlegende Faktoren berücksichtigen, ist es oftmals immer wieder nur eine handvoll Köder, die wirklich den meisten Fisch mit sich bringt ... 

Die Zeiten von zahlreichen Boxen und großen Rucksäcken, aus denen mehrere Ruten herausragen, sind vorüber. Anstatt im Angelkeller zu stehen und einen Köder nach dem anderen in die Tasche zu werfen, benötigen wir in Wirklichkeit meist nicht mehr als eine kleine Box, die gerade mal in eure Jacken-Tasche passt, abhängig vom nächsten Zielfisch ... 

Die Philosophie dahinter bleibt immer die Gleiche. Wie oft sind wir vom Wasser zurückgekommen und mehr als die Hälfte unserer Köder haben nie das feuchte Nass, geschweige denn ein Fischmaul gesehen? 

Garret mit einem Küstendorsch.

Auf Spartan-Fishing.com nehme ich euch mit ans Wasser. Sei es im Süß- oder Salzwasser. Sei es auf Barsch oder Dorsch, mit ein paar grundlegenden Infos über unseren nächsten Trip, können wir einen Haufen Stress und Köder in Ruhe zu Hause lassen.

In diesem Sinne wünsche ich euch weiterhin viel Erfolg am Wasser und denkt immer daran:

"KEEP IT SIMPLE!"

Die Redaktion von „Brad Blackfish´s Angelwelt“ bedankt sich bei Garret von Spartan-Fishing für diesen spannenden Gastbeitrag.

Mittwoch, 22. Juli 2015

SchleienSchreck´s Futterwelt

Neue Futtersorte "Friedfischtraum" von Oliver Weber!
SchleienSchreck´s Futterwelt - Friedfischtraum vom YouTube-Angler Oliver Weber
Ich muss zugeben, dass ich nicht der geborene Friedfischangler bin. Da ich seit Oktober 2014 in Berlin wohne, zieht es mich nur noch äußerst selten hinaus zum Friedfischangeln nach Brandenburg.

Neben Studium und Beruf fehlt mir momentan leider die Zeit, stundenlang am Wasser zu hocken, um auf einen Biss zu warten. Viel lieber stelle ich den Stachelräubern der Hauptstadt aktiv mit Spinnern, Wobblern oder Finesse Rigs nach. Bisher konnte ich schon einige gute Stellen im Bezirk Wedding ausmachen. Ich hätte niemals gedacht, dass die Berliner Gewässer derartig gute Barschbestände aufweisen. Nur 5 Minuten von mir entfernt, schlängelt sich ein Kanal entlang, der unter dem Namen SSK bekannt ist. Diese Abkürzung steht für Spandauer-Schifffahrtskanal. Zwischen Nord- und Westhafen gibt es einige Hot Spots, die ich immer wieder aktiv befische. Zukünftig werde ich euch noch zeigen, worauf es dabei genau ankommt. Denn Streetfishing liegt voll im Trend und wird auch in meinem neuen Angelbuch thematisiert, das im Frühjahr 2016 beim Kosmos-Verlag erscheint! 

In diesem Post soll es jedoch um etwas ganz anderes gehen. Vor kurzem hatte ein Angelfreund von mir, der auch bei YouTube zu finden ist, eine coole Idee. Für die Umsetzung seines Vorhabens nutzte er die Crowdfounding-Plattform Startnext. Gespannt habe ich den Verlauf dieser Kampagne mit dem Titel: "Angelfutter mit Erfolg!" beobachtet und mich daran beteiligt. Ich mag solche Vorhaben! Insbesondere, wenn ersichtlich wird, dass viel Herzblut dahinter steckt. Die Startsumme wurde erreicht und Oliver Weber alias SchleienSchreck, der mittlerweile zu den bekanntesten YouTube-Anglern zählt, konnte seinen Plan mithilfe der Crowd umsetzen. Sein Ziel war es, ein Futter zu kreieren, das sich von herkömmlichen Futtersorten positiv abhebt. 

Außerdem sollten die darin verwendeten Bestandteile frei von Chemikalien sein. Er wollte ein Futter entwickeln, das auf rein biologischer Basis funktioniert und trotzdem eine starke Lockwirkung versprüht. Besonders gut gefällt mir an dieser Idee, dass der Schadstoffeintrag in das Gewässer dadurch erheblich reduziert wird. Ob ihm das tatsächlich gelungen ist, erfahrt ihr hier!

SchleienSchreck´s Futterwelt mit Angaben zur genauen Zusammensetzung

Als ich heute nach Hause kam, lag eine Benachrichtigung von der Post in meinem Briefkasten. Für meine Unterstützung bei Startnext erhielt ich als Belohnung die erste Charge von SchleienSchreck´s Futterwelt mit der netten Bezeichnung "Friedfischtraum". Nach dem Öffnen des Pakets entfaltete sich sofort ein zimtiges Aroma. Ein selbstentworfenes Label kennzeichnete Olivers neue Futtersorte. Auf der Rückseite waren sogar analytische Angaben zur genauen Zusammensetzung zu finden, die offenbar aus einem Labor stammten. Für den Fall, dass man nichts auf dem Bild erkennt, hier ein kurzer Überblick:

Zusammensetzung: Brotmehl, Mais, verschiedene Gewürze, Natriumchlorid

Rohprotein: 13,5 %
Rohfaser: 4,5 %
Rohfett: 3,5 %
Rohasche: 3,7 %

Ein Anschreiben mit persönlicher Widmung enthielt wichtige Informationen zum Einsatz im Winter. Laut Oliver ist es ratsam, das Futter möglichst sparsam einzusetzen, da die Lockwirkung doch recht stark zu sein scheint. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Partikel extrem fein sind. Optimal für eine aromatische Futterwolke also!

Obwohl ich die Tüte nicht geöffnet hatte, traten sofort die Aromastoffe in den Vordergrund. Es bleibt abzuwarten, ob die Sorte auch im Praxistest überzeugt. Vielleicht bekomme ich Oliver sogar zu einem kleinen Exklusiv-Interview bewegt. Dann werdet ihr eventuell erfahren, welche Besonderheiten beim Herstellungsprozess eine wichtige Rolle spielen und warum der günstige Preis von nur 5,50 Euro für zwei Kilogramm mehr als gerechtfertigt ist!

Wenn es mich demnächst mal wieder raus in die Prärie meiner Brandenburger Seenlandschaft zieht, werde ich das Futter garantiert mal auf Brassen, Plötze, Karpfen und Schleie für euch testen. 

Falls ihr ungeduldig seid und nicht bis zum nächsten Testbericht warten möchtet, könnt ihr das Futter ab sofort unter folgendem Link direkt bei Oli bestellen:


       

Sonntag, 12. April 2015

Testbericht über die "Fischzucht-Weller" in der Nähe von Koblenz

Dicke Überraschungen in der "Fischzucht-Weller"

http://www.fischzucht-weller.de/files/background_image_5664.jpg
Die riesige Anlage "Fischzucht-Weller" mit neun Forellenteichen.

Hey Leute, hier ist wieder Jesko von J&J Fishing. Heute möchte ich euch die "Fischzucht-Weller" in der Nähe von Koblenz vorstellen.

Die Anlage besteht aus neun Forellenteichen, vier davon werden ausschließlich mit normalen Regenbogenforellen besetzt. Hinzu kommen noch zwei Mischteiche mit einem Besatz an Karpfen, Schleien, Stören, Großforellen, Hechten, Welsen, Aalen und Regenbogenforellen. Wenn ihr lieber unter euch bleiben wollt, könnt ihr auch ein oder zwei der Teiche mieten. Dann bezahlt ihr nur den Besatz und habt keine zusätzlichen Extrakosten. Der letzte Teich ist sogar mit extrem großen Lachsforellen bis zu 10 kg besetzt.                                                                                                                                                                        
Die Anlage verfügt auch über einen Kiosk, wo ihr Pommes frites, gebackenen Fisch, Getränke und vieles mehr bekommen könnt. In der Seefisch-Halle erhaltet ihr sogar frischen Fisch direkt aus dem Salzwasser.

Wenn ihr euch nicht nur für das Angeln bei der "Fischzucht-Weller" interessiert, könnt ihr auch in dem wunderschönen Restaurant "La Mer" etwas essen. In diesem Restaurant seid ihr umgeben von wunderschönen Meeresfischen, die in einem riesigen Aquarium ihre Runden ziehen.

http://www.traum-ferienwohnungen.de/reisemagazin/wp-content/uploads/2013/01/aquarium_tische_stuehle.jpg
Das wunderschöne Restaurant "La Mer" ist immer einen Besuch wert.
                                               
Doch kommen wir nun wieder zurück zum Angeln. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen und euch nicht sofort mit den schwer zu überlistenden Lachforellen anlegen möchtet, solltet ihr als Erstes zu einem der Mischteiche gehen. Dort könnt ihr ganz entspannt normale Portionsforellen fangen. Hin und wieder habt ihr vielleicht  auch mal eine schöne Lachforelle dran.

Eine weitere Möglichkeit an den Mischteichen ist das Angeln auf Stör, wozu ich euch gerne ein paar Tipps geben möchte. Am besten fangt ihr die Störe mit einer Posenmontage, die kurz über dem Gewässergrund angeboten wird. Als zuverlässige Köder haben sich Räucherlachs und Dendrobenas (Würmer) herausgestellt.

Ihr solltet auf jeden Fall kurz vor der Uferkante auf Stör angeln, denn hier ziehen die Störe ihre Runden um den Teich. An diesen Stellen finden die Fische Nahrung, die ins Wasser gefallen ist.

Aber Vorsicht! Ihr solltet immer einen Blick auf eure Ruten haben! Als ich die Anlage am 11.04.2015 besuchte und vor mich her träumte, hat sich ein knapp 90 cm langer Stör meine ruhende Posenmontage geschnappt, die eigentlich für das Forellenfischen gedacht war. Und solltet ihr das nicht bemerken, zieht der Fisch entweder eure Rute ins Wasser oder er zieht so viel Schnur ab, dass ihr ihn mit dem leichten Gerät nicht landen könnt.

Dieser Stör wurde mit zwei Bienenmaden an einer Forellenmontage gefangen.

Mein Fazit zur "Fischzucht-Weller"
Ich fahre immer wieder gerne dorthin, denn hier habe ich die Chance, eine der ganz dicken Forellen ans Band zu kriegen. Und sollte es mit den Forellen mal nicht klappen, kann ich immer noch auf Stör umstellen und einen schönen Drill genießen. Was mir auch sehr gut gefällt ist das Kiosk. So brauche ich mir nichts zum Essen mitnehmen und kann mich ganz auf das Angeln konzentrieren. Selbst wenn ich meine Posen oder Haken daheim liegen gelassen habe, kann ich mir bei der "Fischzucht-Weller" Ausrüstungsgegenstände nachkaufen.

Ich hoffe, dass euch mein Bericht gefallen hat! Vielleicht konntet ihr einen kleinen Einblick in die Anlage bekommen, der euch zu einem Besuch motiviert. Kann euch die Teiche nur ans Herz legen!

Euer Jesko von J&J Fishing.

Donnerstag, 19. Februar 2015

"Lieblingsköder" für Zander


Eine Auswahl der fängigsten Lieblingsköder 




Guten Tag liebe Anglerinnen und Angler, hier ist Jesko von J&J Fishing. Heute möchte ich euch den sogenannten Lieblingsköder etwas genauer vorstellen.


Oft steht man am Ufer, schaut zum Wasser bzw. zum Himmel und überlegt, welche Köderfarbe Erfolg bringen könnte.

Nachdem man den halben Tag mit der Farbsuche verbracht hat, kommt plötzlich der Biss. Aber im Hinterkopf denkt man darüber nach, ob das wirklich die richtige Farbe war und konzentriert sich dadurch nicht mehr auf das Angeln.

Also hat Jens von der Marke Lieblingsköder lange bei verschiedenen Wetterbedingungen die Gummifische in unterschiedlichen Farben getestet und bekam so die fängigsten Modelle heraus.

Die vier Hauptfarben für den Angeltag sind:

1. "Sunny" für klares Wasser und Sonne

2. "Whisky" für klares Wasser und Wolken

3. "Captain" für trübes Wasser und Sonne

4. "Pinky" für trübes Wasser und Wolken


Wenn man also kurz auf's Wasser und in den Himmel schaut, weiß man sofort, welchen "Lieblingsköder" man am besten benutzen sollte.

Aber auch, wenn man mit keiner dieser vier Farben etwas fängt, hat sich Lieblingsköder etwas Geniales überlegt. An Schneidertagen kommt der Wasabi zum Einsatz: 

Dieser Lieblingsköder ist in der Farbe grün-chartreuse gehalten, besitzt eine starke UV-Aktivität und ist ebenso wie der Pinky ein echter Geheimtipp, den man unbedingt mal ausprobieren sollte.

Jetzt haben wir schon fünf Farben kennengelernt, die wir einsetzen können und von denen wir wissen, wann wir sie am besten verwenden sollten.

Aber ein besonderer Gummifisch für Zander fehlt an dieser Stelle noch!

Wer kennt folgende Situation in den Sommermonaten nicht? 

Man geht vor Einbruch der Dämmerung ans Wasser. Während die Sonne untergeht, scheint die Wasseroberfläche förmlich zu kochen. Genau in diesem Moment kommt nun der sechste Lieblingsköder zum Einsatz.

Der Sheriff ist ein stark UV-aktiver Köder, der auch noch in der Dämmerung und in der Nacht gut für die Zander sichtbar ist.




























Jetzt mal zusammengefasst, warum ich mit dieser Ködermarke gerne Zander verhafte. Da ich weiß, welche Farbe bei welchem Wetter gut fängt, spare ich extrem viel Zeit und kann so viel besser in Ruhe alle Hot-Spots nacheinander abfischen. Hinzu kommt, dass ich ein enormes Vertrauen zu diesen Ködern entwickelt habe und dadurch nicht ständig in Gedanken an die korrekte Gummiwahl bin. So kann ich mich voll und ganz auf´s Angeln  konzentrieren.

Aber auch die Form und Gummimischung des Lieblingsköders liebe ich einfach, denn er hat einen schmalen und langgezogenen Körper. Eigenschaften, die jeden Zander sofort in Verlegenheit bringen.

Die "Lieblingsköder" bestehen aus einem sehr weichen Material, das lebensecht im Wasser spielt, problemlos Bisse verkraftet und sehr gut von den Zandern eingesaugt werden kann. Der Paddelschwanz ist relativ klein gehalten, fängt aber bei der kleinsten Bewegung des Gummifisches sofort an sich verführerisch am Gewässerboden zu bewegen. Sobald ein Zander in der Nähe ist und dieses "Tänzeln" sieht, folgt der Biss! 

Mein persönliches Fazit:

Der Lieblingsköder ist ein durchaus gelungener Gummifisch, der sich auch für Einsteiger sehr gut eignet. Ein großer Pluspunkt geht an die Verpackung, in der die Gummis geliefert werden. Hier sind die Angaben zur geeigneten  Farbauswahl vermerkt.

Trotzdem sollte man sich nicht immer an die Angaben halten, denn oft geht probieren über studieren!

Zanderexperte Jesko von J&J Fishing


Ich fische meine Favoriten mit einem relativ kurzen Jigkopf und einem Stinger, so bleibt der Köder sehr beweglich und lässt sich von den Zandern super einsaugen. Ihr solltet ihn aber immer mit Stahlvorfach fischen, denn auch die Hechte lieben diesen Köder!

Mein absoluter Lieblingsköder von dieser Serie ist der Pinky!

Viele Angler trauen sich an diesen aufreizenden Köder und der dazugehörigen Köderfarbe oft nicht heran, weil er ihnen zu sehr ins Auge sticht. Aber genau das lieben an meinem Hausgewässer die Zander an sehr vielen Tagen. Am Rhein konnte ich mit diesem Gummifisch schon etliche schöne Fische landen.

Einen kleinen Tipp habe ich zum Abschluss aber noch für euch!

Der Lieblingsköder ist in der Größe 12,5 cm ein guter Köder auf Zander, aber in 10 cm auch ein richtig guter Köder auf Barsch.

Ich wünsche euch viel Spaß beim entspannten Antesten und freue mich über viele neue Abonnenten auf meinem YouTube-Kanal!

Euer Jesko von J&J Fishing

Montag, 16. Februar 2015

1# Interview mit Jesko von J&J Fishing


Diese Interview-Reihe besteht aus 5 Fragen und wird mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aus der deutschsprachigen Angelszene geführt. Jungangler, die einen eigenen YouTube-Kanal betreiben sind ebenso willkommen wie Experten auf unterschiedlichen Fachgebieten. Auch Gelegenheitsangler erhalten die einzigartige Möglichkeit, von ihrer Leidenschaft zu berichten.

In der heutigen Serie stellt sich Jesko von J&J Fishing vor. Er ist zwar erst 14 Jahre alt, aber schon jetzt ein begeisterter Angler. Zukünftig werden hoffentlich noch viele interessante Angelberichte und Videos von ihm erscheinen. Doch nun zum Interview:    

Seit wann angelst du und wie bist du auf dieses Hobby gekommen?

Ich angle seitdem ich sechs Jahre alt bin, glaube ich zumindest.
Auf das Angeln bin ich durch meinen Vater gekommen. Ich habe ihn dann immer wieder genervt, wann er mit mir angeln gehen möchte. Jedoch brauche ich ihn deswegen nicht mehr nerven, da ich Anfang letzten Jahres meinen Angelschein gemacht und im November erhalten habe.

Du betreibst einen eigenen YouTube-Kanal zusammen mit deinen Freunden. Bitte erzähle den Lesern doch kurz, wie ihr auf diese Idee gekommen seid und was euch dabei antreibt! Habt ihr euch schon Ziele für bestimmte Fischarten oder Angeltechniken gesetzt, die ihr unbedingt mal ausprobieren wollt?

Mein Freund und ich sind sehr angelbegeistert, allerdings hatten unsere anderen Freunde nie Verständnis dafür, wie so etwas Spaß machen kann, da sie immer dachten, dass Angeln sehr langweilig wäre.
Also schnappten wir uns die Kamera und filmten uns beim Angeln, um auch unerfahrenen Leuten das Angeln näher zu bringen und sie vielleicht zu inspirieren.

Dieses Jahr haben wir noch sehr viel vor. Unter anderem planen wir ein Format, das wir wahrscheinlich See vs. Rhein nennen werden. Da geht es darum, dass wir uns viele verschiedene Fischarten vornehmen werden, auf die wir mit bestimmten Ködern angeln wollen, um zu schauen, wo man besser fängt.
Wir haben allerdings noch ein paar andere Formate geplant, die ich aber nicht alle verraten will! Wer sich dafür interessiert, kann einfach auf YouTube bei J&J Fishing vorbeischauen, wo in den nächsten Tagen ein Video darüber erscheinen wird.

Was bereitet dir an diesem Hobby die meiste Freude? Bist du der Meinung, dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit in der Natur verbringen sollten, anstatt auf der Straße rumzuhängen?

Am Angeln macht mir einfach Spaß die Zeit in der Natur zu verbringen und nie zu wissen, ob es mit einem Fisch klappt. Außerdem finde ich das Gefühl toll, wenn plötzlich die Rutenspitze krumm ist.

Du gehst nebenbei noch zur Schule. Gibt es schon irgendwelche Berufswünsche? Was machst du noch gerne in deiner Freizeit, wenn es nicht gerade ans Wasser geht? Hilft dir der Angelsport auch dabei, wenn du dich gestresst fühlst?

Ein Berufswunsch von mir ist es, Sportlehrer zu werden, weil ich in meiner Freizeit auch sehr viel Sport mache. Dazu komme ich aber gleich noch. Natürlich wäre es auch cool, Artikel für eine Angelzeitschrift zu schreiben oder Teamangler bei einer Angelfirma zu werden. Das ist aber eher unwahrscheinlich.

In meiner Freizeit spiele ich noch gerne Handball und Fußball im Verein oder bastle an meiner Angelausrüstung herum ;)

Entspannen beim Angeln ist bei mir eher nicht der Fall, selbst wenn ich eine Rute auf Grund für Karpfen ausgebracht habe. Ich bevorzuge dann eher das aktive Fischen mit Gummi oder Wobbler auf Zander und Hecht.

Die Redaktion von „Brad Blackfish´s Angelwelt“ bedankt sich bei Jesko von J&J Fishing für dieses spannende Interview.

Du hast keine Ahnung vom Angeln oder kennst jemanden, der dringend Nachhilfe bräuchte?

Angeln für Ahnungslose: Einstieg ins Hobby

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