Sonntag, 14. Februar 2016

Zander angeln mit der Faulenzermethode - Teil 2

Zander am Gummifisch mit Bleikopf

Im ersten Teil der Zanderangeln - Reihe habt ihr erfahren, dass ihr bei einem neuen Gewässer auf den Rat älterer Angelkollegen hören solltet. Nun möchte ich euch erklären, mit welcher Technik ihr die Zander aus der Reserve locken könnt.

Zander mögen passiv geführte Gummiköder
Kleine Baby-Zander können manchmal echt zur Plage werden.

Bei der sogenannten Faulenzer-Methode führt ihr den Gummiköder am Bleikopf langsam über den Gewässergrund. Kurze Kurbelumdrehungen solltet ihr abrupt abstoppen, damit der Köder sich am Gewässergrund ablegen kann. Im Idealfall steht der Bleikopf am Grund, während der Gummi in Richtung Wasseroberfläche ragt. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass Zander und Großbarsche gerne solche Happen vom Gewässergrund aufsammeln. Mit kurzen Kurbelumdrehungen verleiht ihr dem Köder die nötige Bewegung. Es sollte so aussehen, als ob ein verletzter Beutefisch immer wieder nach oben schwimmen will, aufgrund seiner Verletzung aber wieder zum Gewässergrund taumelt. Kapitale Räuber bevorzugen diese passive Köderführung, weil es ihnen aus biologischer Sicht einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Artgenossen bietet. Kleine Barsche, Hechte und Zander jagen überwiegend im Freiwasser und verbrauchen viel Energie. Außerdem steigt das Risiko, dass sie sich bei ihren Jagdzügen verletzen. Passive Räuber werden hingegen steinalt, weil sie nur Nahrung aufsammeln, die nahezu leblos am Gewässergrund taumeln. Das vermindert Energieverbrauch und Verletzungsgefahr, erhöht gleichzeitig aber auch die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Zanderangler fischen oft im Trüben
War zwar nicht der Zielfisch beim Zanderangeln - aber wer freut sich nicht über einen schönen Hecht?

Wenn die Bedingungen stimmen, geht es oft Schlag auf Schlag. Bei meinem Havel-Besuch konnte ich fünf Zander überlisten. Ein Hecht ist ebenfalls noch eingestiegen. Euphorisiert von dem "Tock", einem typischen Schlag im Ratenschaft, wenn Zander anbeißen, hatte ich es zwei Tage später erneut probiert. Und wie ihr euch sicher vorstellen könnt, sah es da schon wieder ganz anders aus. Oft sind es die ersten Würfe, die euch zeigen, ob der Angeltag Erfolg verspricht. Befördert den Gummi an die Fahrrinnenkante und lasst ihn absinken! Haltet Spannung und erfühlt den Gewässeruntergrund! Leichte Ruten und hochwertige Rollen ermöglichen euch eine lange und schmerzfreie Fischerei, die mehrere Stunden gehen kann. Wenn dann endlich ein Zander anklopft, solltet ihr unverzüglich anschlagen. Entweder der Haken sitzt und ihr bekommt einen schönen Drill oder der Anhieb geht ins Leere. Falls ihr das Gewässer noch nicht so gut kennt, wird es auch passieren, dass ihr ab und zu ein Klopfen verspürt, anschlagt und die Schnur plötzlich auf Spannung ist. Hänger sind an der Tagesordnung. Ein osteuropäischer Angelkollege, der täglich an der Havel fischt, kennt darauf nur eine Antwort: 

"Wir müssen die Wirtschaft ankurbeln!"

Gummifischkleber repariert zerbissene Köder.



Also plant ruhig ein paar mehr Bleiköpfe unterschiedlichster Gewichtsklassen ein. Besorgt euch stintähnliche Gummiköder und dann ab ans Wasser mit euch! Viel Erfolg beim Zander angeln!       

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